3. Die Bedeutung der Astronomie in der Maya-Kultur

Astronomie war das Herz der Maya-Zivilisation. Sie verfolgten exakt die Bahnen von Sonne, Mond und Venus. Letztere galt als besonders mächtig; ihr Erscheinen regelte Feldarbeit und Kriegszüge. Ihre Berechnung des Sonnenjahres (≈ 365,2422 Tage) nähert sich heutigen Messwerten erstaunlich an. Viele Bauten sind astronomisch ausgerichtet. Am Tempel des Kukulcán in Chichén Itzá etwa erscheint zur Tag-und-Nachtgleiche ein Schattenspiel in Form einer Schlange. Solche Architektur verbindet Wissenschaft mit Glauben und zeigt den Wunsch, irdische Welt und Himmel in Einklang zu bringen. Für die Maya waren Himmelsbewegungen Manifestationen göttlicher Kräfte. Rituelle Handlungen orientierten sich daher an Finsternissen, Solstitien und Planetenkonstellationen – Zeit war für sie ein kosmischer Kreislauf von Geburt, Tod und Erneuerung.
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