2. Überwässerung verstehen: Wenn zu viel Wasser gefährlich wird

Während Dehydrierung ein bekanntes Gesundheitsproblem ist, wird ihr Gegenteil – die Überwässerung – oft übersehen, obwohl sie ebenfalls sehr gefährlich sein kann. Von Überwässerung, auch als Wasservergiftung oder Hyponatriämie bezeichnet, spricht man, wenn du mehr Wasser zu dir nimmst, als dein Körper verarbeiten und ausscheiden kann. Dieses überschüssige Wasser verdünnt die Konzentration von Natrium und anderen Elektrolyten in deinem Blut und kann so zu potenziell schwerwiegenden medizinischen Problemen führen.
Obwohl der menschliche Körper äußerst effektiv darin ist, das Flüssigkeitsgleichgewicht aufrechtzuerhalten, gibt es Grenzen, wie viel Wasser er verarbeiten kann. Gesunde Nieren können im Allgemeinen täglich 20 bis 28 Liter Wasser filtern und ausscheiden. Ihre stündliche Verarbeitungskapazität liegt jedoch zwischen 0,8 und 1 Liter. Wenn die Wasseraufnahme diese Rate regelmäßig übersteigt, kommen die Nieren nicht mehr hinterher, und das überschüssige Wasser beginnt sich im Körper anzusammeln.
Während sich das Wasser ansammelt, verdünnt es den Natriumspiegel in deinem Blut. Natrium ist für zahlreiche Körperfunktionen unerlässlich, darunter die Funktion von Nerven und Muskeln. Hyponatriämie ist die Störung, die durch einen zu niedrigen Natriumspiegel infolge von Überwässerung entsteht. Die Symptome können von leicht bis schwer reichen und Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Krampfanfälle und in schweren Fällen sogar den Tod umfassen.
Bestimmte Personengruppen haben ein höheres Risiko für Überwässerung. Besonders Sportler, die an Ausdaueraktivitäten wie Marathons teilnehmen, neigen dazu, zu viel Wasser zu trinken, ohne ausreichend Elektrolyte zu ersetzen. Menschen mit bestimmten Erkrankungen wie Nieren-, Leber- oder Herzerkrankungen können ebenfalls anfälliger für Flüssigkeitsretention und Überwässerung sein. Auch bestimmte psychiatrische Störungen können zu zwanghaftem Wassertrinken führen, das als psychogene Polydipsie bezeichnet wird und gefährlich hohe Grade der Überwässerung verursachen kann.
Bei der Überwässerung geht es nicht nur um die getrunkene Menge, sondern auch um die Geschwindigkeit des Konsums und die Fähigkeit des Körpers, das Wasser zu verarbeiten. Eine schnelle Hyponatriämie entsteht, wenn zu schnell zu viel Wasser getrunken wird, insbesondere während oder nach intensiver körperlicher Betätigung, wodurch die Kapazität der Nieren, die überschüssige Flüssigkeit auszuscheiden, überfordert wird.
Das Verständnis der möglichen Risiken einer Überwässerung ist für die Erhaltung einer optimalen Gesundheit unerlässlich. In den nächsten Teilen werden wir besprechen, wie du die Symptome einer Überwässerung erkennen und die richtige Wassermenge für deine individuellen Bedürfnisse ermitteln kannst, damit du eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit den Gefahren von zu viel Wasser in Einklang bringen kannst.
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