2. Der Aufbau des Maya-Kalenders

Die Kalenderstruktur verbindet Präzision und Vielschichtigkeit. Der 260-tägige Tzolk’in setzt sich aus 13 Zahlenreihen und 20 Tagesnamen zusammen. Jeder Tag entspricht bestimmten Gottheiten und Kräften, die Alltag, Rituale und sogar Persönlichkeitsdeutung bestimmten. Der Haab umfasst 18 Monate zu je 20 Tagen sowie die fünf besonderen Wayeb-Tage. Diese „namenlosen“ Tage galten als heikel und erforderten Schutzrituale. Alle 18 980 Tage (52 Jahre) treffen sich Haab und Tzolk’in im Calendar Round – ein Moment der Erneuerung, den die Maya mit großen Zeremonien feierten. Die Lange Zählung fügt eine lineare Komponente hinzu. Sie unterteilt Zeit in Baktune à 144 000 Tage, wodurch man Königsregierungen, Stadtgründungen und kosmische Ereignisse chronologisch festhielt. Zusammengenommen dokumentieren diese Kalender astronomische Rhythmen, Agrarzyklen und historische Meilensteine – ein Spiegel tiefer Naturkenntnis und spiritueller Überzeugungen.
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